#Wirmüssenreden: Thema Radfahren

Ich fahre ja super gerne mit dem Fahrrad. Zum Einen, weil ich an der frischen Luft bin, zum Anderen, weil ich gleichzeitig noch etwas Bewegung habe. Und drittens, weil “ein Auto weniger”.

Allerdings hat man es als Radfahrer nicht so leicht. Zumindest hier in meiner Region ist mir einiges aufgefallen, was verbesserungswürdig scheint. Auf diese Missstände möchte ich gerne aufmerksam machen und dabei gleichzeitig meinen Unmut darüber rauslassen.

Ich beginne mal mit etwas, was mich seit Jahren immer mal wieder stört: Die “Fahrradwege” in Nordrhein-Westfalen. Ich will nicht behaupten, dass ich in jeder Stadt in NRW gefahren bin, um alle Radwege beurteilen zu können. Es gibt mit Sicherheit Städte oder Regionen, in denen alles wunderbar ist, und auch ich bin schon auf äußerst angenehmen Radwegen gefahren. Doch viele Strecken oder Teilstrecken, auf denen ich bereits gefahren bin, waren wirklich schäbig. Rissige oder brüchige Fahrradwege bis hin zu gefährlichen Erhöhungen durch Baumwurzeln oder tiefen Absenkungen in Form von Schlaglöchern, wodurch ich extrem ausgebremst wurde und große Schlenker fahren musste, um nicht zu stürzen. Viel zu hohe Bordsteinkanten bei Straßenkreuzungen, sodass ich teilweise lieber geschoben habe, um die Reifen zu schonen. Plötzlich endende Fahrradwege mitten im Nichts, oder völlig wirre ausgeschilderte Radwege, die aber nicht befahrbar waren. Streckenabschnitte, auf denen alle hundert Meter ein Wechsel der Straßenseite ausgeschildert war, ohne ersichtlichen Grund.

Gut, zugegeben, hier kann die Bevölkerung nichts für, dass muss die jeweilige Stadt in Angriff nehmen. Ein Ausbau und eine Erneuerung von Radwegen wäre doch mal ein schönes Projekt.

Ein guter Radfahrer weiß ja, dass Radwege genutzt werden müssen, wenn sie ausgeschildert sind. Auch, wenn sie sich auf dem Bürgersteig befinden und nicht vom Fußweg durch Farbe oder Linie getrennt sind. Das ich als Radfahrerin in solchen Fällen sehr langsam fahre und Rücksicht auf Fußgänger nehme, ist für mich selbstverständlich. Doch wenn der Radweg, abgetrennt mit einer Linie, parallel zum Fußweg verläuft, denke ich mir, dass es kein Problem sei, hier normal schnell fahren zu können/ dürfen… PUSTEKUCHEN! Liebe Fußgänger, ein Radweg ist für Radfahrer da, nicht für Fußgänger! Ich habe keine Lust, alle paar Meter zu bremsen und zu klingeln, weil ihr meint, ihr könnt einfach auf dem Radweg herumspazieren. Meistens auch noch, ohne zu gucken. Und wenn ihr dann angeklingelt werdet, guckt bitte nicht auch noch so genervt oder böse, sondern macht einfach den Weg frei! Danke!

Solche gekennzeichneten Radwege gibt es ja viele. Erst, wenn kein ersichtlicher oder ausgeschilderter Radweg vorhanden ist, darf ein Radfahrer auf der Straße fahren. Er darf auf der Straße fahren! Womit wir gleich zu meinem nächsten Problem kommen:

Die Akzeptanz der Radfahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer lässt wirklich bei einigen Auto-/ Bus-/ Taxi-/ LKW-Fahrern zu wünschen übrig. Sobald ich auf der Straße fahren muss, fühle ich mich gestresst. Es wird gedrängelt, es wird gehupt, ich werde geschnitten. Warum?? Überholt mich doch einfach, sobald es möglich ist, und bleibt gelassen. Ich bin auch auf Rädern unterwegs, genau wie ihr!

Wobei ich wirklich auch mit einem tiefen Seufzer zugeben muss, dass manche Radfahrer sich wie die letzten Vollidioten im Straßenverkehr benehmen und es dahingehend kaum verwunderlich ist, dass einige Fahrzeugführer irgendwann auch keine Rücksicht mehr auf Radfahrer nehmen wollen. Leider sehr zum Nachteil von anständig fahrenden Radlern 😦 Daher hier ein kleiner Aufruf an alle Fahrradfahrer: BITTE haltet euch ebenso an die Straßenverkehrsordnung wie alle anderen Verkehrsteilnehmer! Nur dadurch können wir es erreichen, dass wir akzeptiert werden und Rücksicht auf uns genommen wird! Wenn ihr rote Ampeln missachtet, einfach ohne Handzeichen irgendwo plötzlich abbiegt oder andere dumme Sachen macht, ist klar, dass viele Fahrer uns nicht leiden können!

Nun komme ich jedoch zu etwas, was mir als “Manchmal-Pendlerin” in letzter Zeit sehr häufig aufgefallen ist und was mich einfach unheimlich aufregt. Es geht um die Fahrradabteile in den Nahverkehrszügen, also in den RE’s, RB’s und S-Bahnen. Diese befinden sich jeweils ganz vorne und ganz hinten in so einem Zug. Fahrradabteile heißen Fahrradabteile, weil dort extra viel Platz für große und sperrige Objekte gelassen wurde, wie zum Beispiel für Fahrräder, aber auch für Rollstühle, Kinderwagen etc. Ich habe also überhaupt kein Problem damit, wenn eine Mama mit Kinderwagen sich auf einen der herunterklappbaren Sitze im Fahrradabteil setzt, genau so wenig stören mich Rollstuhlfahrer. Sogar Menschen mit großen Gepäckstücken oder sperrigen Gegenständen wie einem Kontrabass toleriere ich noch im Fahrradabteil. ABER: Menschen, die sich einfach so auf einen der herunterklappbaren Stühle setzen, ohne Fahrrad, ohne sperrigen Gegenstand, die machen mich wahnsinnig! Ganz ehrlich, Leute, nur weil ihr in der letzten Türe einsteigt und dort noch freie herunterklappbare Sitze sind, heißt das nicht, dass ihr euch SOFORT dahinsetzen müsst! Geht doch erstmal weiter und sucht euch einen für euch bestimmt angenehmeren Platz irgendwo in den Sitzreihen! Warum seid ihr so faul und schnappt euch den erstbesten Platz, den ihr finden könnt? Ihr blockiert alles!

Ok, es würde mich noch nicht einmal so sehr stören, wenn diese Leute dann wenigstens so aufmerksam wären und aufstehen würden, sobald jemand mit Fahrrad zur Tür hereinkommt. Oder zumindest die Leute, die so weit auseinander sitzen auf diesen Klappsitzen, dass ein Abstellen des Fahrrades dazwischen nicht möglich ist, so weit zusammenrutschen würden, damit das Fahrrad dann dahin passt. ABER ES WIRD EINFACH KOMPLETT IGNORIERT! Ich habe es jetzt so oft erlebt, dass ich mit meinem Fahrrad in eine Zug eingestiegen bin, in dem schon relativ viele Menschen waren. Und ich musste mit meinem Rad in der Tür, bzw. im Gang, stehenbleiben, weil NIEMAND in diesem Fahrradabteil mal Platz gemacht hat, obwohl ALLE dort fahrradlos waren und auch sonst nichts dabei hatten, was ein Blockieren des Fahrradabteils gerechtfertigt hätte! Was ist nur los mit euch?? Bitte bitte, liebe Leute, ihr könnt euch ja gern dahin setzen, wenn da Platz ist. Aber seid euch dann bitte bewusst, dass es immer noch ein Fahrradabteil ist, und seid so aufmerksam, dass ihr gegebenenfalls aufsteht, wenn ein Rad hereinkommt! Das wäre wirklich toll!

So, vorerst genug gemeckert 🙂 Radfahren ist trotzdem eine echt tolle Sache und die oben genannten Punkte halten mich definitiv nicht davon ab, auch weiterhin lieber zum Fahrrad zu greifen. Wenn ich die Zeit dafür habe, fahre ich sogar diese Strecke, die ich manchmal mit dem Zug fahre, lieber komplett mit dem Fahrrad. Das geht nur leider nicht, wenn ich beispielsweise morgens einen Termin habe.

Seht diesen Blogbeitrag bitte als “Ventil” für mich, um meinen Unmut einfach mal in Worte fassen zu dürfen. Ihr sollt bitte trotzdem alle (weiterhin) mit dem Fahrrad fahren! 🙂

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2 thoughts on “#Wirmüssenreden: Thema Radfahren

  1. Jarg says:

    Ein schöner Artikel! Hier in Hamburg und rundum ist es auch nicht viel besser mit der Radwegqualität. Und leider auch hier auf allen Seiten jene, die nur an ihr eigenes Fortkommen denken. Zum Glück scheint es nicht die Masse zu sein, obwohl die menschliche Wahrnehmung ja gern zur Verzerrung neigt. “Fahrradland Deutschland ” wird noch eine Weile brauchen zur Realisierung. Kleiner Tipp auf der Strasse: nimm die den Raum und fahre weiter links fast in der Mitte der Spur – ich habe damit ganz gute Erfahrungen gemacht, auch wenn man dabei etwas beherzt sein muss.

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